Eine wartet noch auf das passende Zuhause...

Ein Bericht von Myriam Laser

Vor fast einem Jahr setzte sich das Veterinärmt Teltow Fläming mit uns in Verbindung. Man wolle Hunde auf einem Grundstück beschlagnahmen und bat uns um Hilfe. Vor Ort fanden wir ein riesiges, verwahrlostes Grundstück mit über 20 Hunden vor.

Ein Teil bestand aus Französischen Bulldoggen, die unter sehr schlechten Bedingungen zum Profit vermehrt und veräußert wurden. Der andere Teil bestand aus vernachlässigten Herdenschutzhund-Mixen. Und obwohl die "Halter" es schafften, einige Hunde zurück zu halten, blieben wir dran und konnten letztendlich alle Hunde befreien.

Alle Hunde waren in einem schlechten Allgemein- und Gesundheitszustand. Allen merkte man an, dass sie nicht nur Gutes vom Menschen erwarteten und drei Hündinnen hatten schlichtweg Panik, wenn Mensch was von ihnen wollte.

Zwei der drei Hündinnen fanden super Menschen mit tollen souveränen Hunden, die sich ihrer annahmen. Eine wartet noch auf das passende Zuhause...

Bavette kam mit ihren Welpen ins Tierheim und selbst ihnen merkte man anfangs schon die Skepsis gegenüber dem Menschen an. Wir bemühten uns, Bavettes Vertrauen Stück für Stück zu gewinnen und langsam machte sie Fortschritte. Nix war ihr bekannt, alles ängstigte sie. Aber irgendwann stößt man im Tierheim an seine Grenzen, gerade wenn es darum geht, dass ein Hund das ganz normale Leben in einem Haushalt fürchtet. Daher zog Bavette jetzt auf eine erfahrene Pflegestelle, um weiter an ihrer Angst zu arbeiten und sie auf das Leben eines "normalen" Hundes vorzubereiten.

Wir sagen unseren Hundeadoptanten stets, dass sie gerade in der Eingewöhnungszeit vieles entspannt sehen sollen. Es muss noch nicht alles reibungslos laufen, man kann sich erstmal kennenlernen, Spaß haben, Bindung aufbauen. Aber wir plädieren auch dafür von Anfang an die Grundregeln für das Zusammenleben aufzustellen. Denn gerade auch diese helfen dem Neuankömmling dabei seinen Platz in der neuen Familie zu finden und sich im neuen Alltag zurechtzufinden. Es ist völlig ok, wenn man auch vom neuen Hund erwartet, dass er nicht über Tisch und Bänke geht, die Einrichtung heil lässt, nicht im Bett mit schläft oder jedes Mal lautstark pöbelnd die ganze Nachbarschaft begrüßt. Tatsächlich muss man dort viel kleinschrittiger vorgehen. In erster Linie ist der Hund einfach nur da. Sie lernt, es auszuhalten in geschlossenen Räumen zu sein, auf anderen Böden zu laufen, als nur Erde und Gras, dass Menschen sich in in ihrer Nähe bewegen, ohne, dass es sie betrifft. Sie lernt, dass die Welt nicht untergeht, wenn sie einen anderen Raum betritt, dass sie fressen kann, ohne die ganze Zeit in Habachtstellung zu verharren und auch mal loszulassen.

Dabei hilft es ihr ungemein einen, oder im Falle ihrer Pflegestelle drei souveräne Partnerhunde an ihrer Seite zu haben. Aber auch Menschen, die Mitgefühl für ihre Situation zeigen und sie verstehen, jedoch nicht mitleiden, sondern sie auch durchaus an ihre Grenze bringen und gemeinsam darüber hinausgehen.