8 Katzenbabys vor Tierheim aktion tier Zossen ausgesetzt

Ein Bericht von Ursula Bauer

Ein Pappkarton vor der Tierheimtür ist immer verdächtig und gestern Morgen um 7.30 Uhr miaute es auch noch lauthals aus dem Behältnis. Acht Katzenjunge lugten beim Öffnen ängstlich heraus.

Die erst vier bis fünf Wochen alten Kitten wurden bis gestern noch von ihrer Katzenmama gesäugt. Jetzt müssen die verwaisten Tiere mit einer Mischung aus Mutterersatzmilch, gemixt mit hochwertigem Nassfutter, aus dem Fläschchen großgezogen werden. Alles andere als natürlich, aber uns bleibt keine Wahl, da eine Katzenamme für derart viele Kätzchen nicht zur Verfügung steht. Handaufzuchten wie diese sind außerdem sehr zeitaufwändig, da die Babys alle vier Stunden gefüttert werden müssen. Eine Pause gibt es nur, je nach körperlicher Verfassung, zwischen 0.00 und 6.00 Uhr. Nach dem Füttern muss jedem Baby der Bauch massiert werden, um die Verdauung anzuregen.

Das Aussetzen von Tieren allein ist schon schlimm genug. In unserem Fall wurden aber auch die Katzenkinder bewusst zu Waisen gemacht. Jungkatzen sollen mindestens acht Wochen, besser jedoch 12 beim Muttertier bleiben, um einen guten Start ins Leben zu haben. Die Aufzucht durch den Menschen ist immer nur eine suboptimale Notlösung. So ist beispielsweise die Milch der Katzenmutter wesentlich wertvoller, als eine noch so gute Ersatznahrung. Auch den intensiven Körperkontakt, die Pflege und zärtliche Zuneigung, die Katzen ihren Babys geben, können Menschen nur ansatzweise leisten. Ganz zu schweigen von den vielen Dingen, welche der Nachwuchs vom Muttertier lernt. Auch wenn die Kitten im Spiel mit den Geschwistern ein gewisses Sozialverhalten lernen, wird die Erziehung durch die Mutter immer fehlen. Man weiß auch, dass von Hand aufgezogene Tiere eher zu Verhaltensstörungen neigen und grundsätzlich anfälliger gegen Krankheiten sind.

Abschließend möchten wir noch darauf hinweisen, dass das Tierheim seit Januar keinen Fundtiervertrag mehr mit der Stadt Zossen hat. Wir sind folglich für ausgesetzte Tiere nicht mehr zuständig und müssen diese daher auch nicht aufnehmen.