Alea: Die Geschichte bekommt ein Happy End!

Ein Bericht von Michaela Gebhardt

Mit nur 8 Monaten wurde Alea im Wald zum Sterben zurückgelassen. Warum!? Weil ein Hund, auch ein junger, Geld kosten kann.

Als Welpe bezauberte sie ihre Besitzer beim Kennenlernen sicher auf den ersten Blick. Also nahmen sie das kleine, niedliche Fellbündel mit nach Hause. Wie es dann weiterging, können wir nur vermuten. Wahrscheinlich merkten die Besitzer schnell, wie viel Arbeit so ein Welpe macht und auch als Junghund wurde sie nicht plötzlich ruhig und gesittet.

So geschah es vermutlich im Oktober 2019, dass sich Alea schwer verletzte. Der Oberschenkelknochen sprang aus der Hüftpfanne, eine sehr schmerzhafte Verletzung, die einer sofortigen tierärztlichen Versorgung bedarf, um Folgeschäden zu vermeiden. Ob sie einem Tierarzt vorgestellt wurde, wissen wir nicht. Aber wenn, wird den Besitzern sicher gesagt worden sein, dass eine OP notwendig ist, damit Alea wieder schmerzfrei laufen kann. Vielleicht war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Also weg mit der Belastung. Von dem Geld kann man sich Besseres kaufen.

Aber anstatt Alea irgendwo abzugeben, weil da könnten einem Fragen gestellt werden oder man müsste die Verantwortung für sein Handeln übernehmen, band man sie lieber tief im Wald an einen Baum. Dass sie gefunden wurde, war pures Glück.

Und so wurde am 15.02.2020 ein kleines, humpelndes Häufchen Elend vom Ordnungsamt Potsdam in unser Tierheim gebracht.

Alea war schwer verletzt

Umgehend wurde die Maus unserer Tierärztin vorgestellt, die die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Schleunigst ging es zum Spezialisten, wo wir unseren Verdacht durch ein Röntgenbild bestätigt bekamen. Eine Femurkopfluxation, leider schon älter. Bei sofortiger Behandlung hätte man Alea gegebenenfalls sogar ohne große Operation schnell helfen können, aber jetzt, Monate später, kommen wir um diese nicht mehr herum. Knapp 800,-€ kostete die Operation, danach folgt die monatelange, kostenintensive Physiotherapie, um eine gute Genesung zu erzielen. Leider hat sich die langanhaltende Verletzung auch auf ihr Gangbild ausgewirkt, sodass sie lernen muss, wieder ordentlich zu laufen, damit sich auch die Muskulatur aufbauen kann.

Durch die großartige Spendenbereitschaft der Öffentlichkeit kam das Geld für die Versorgung unseres Sorgenkindes schnell zusammen und Alea wurde am 24.03.2020 erfolgreich operiert. Im Vorfeld hatte unsere wilde Hummel schon das Glück auf eine tolle Pflegestelle zu ziehen, auf der sie auch während ihrer Genesung bleiben konnte.

Lernen auf der Pflegestelle

Und was macht unser Wildfang 8 Wochen nach ihrer OP!? Sie ist das blühende Leben und strotzt auch weiterhin vor Dynamik. Denn von Anfang an war sie kein Hund für Couchpotatos. Alea ist eine junge, sehr dynamische Hündin, die ein Zuhause gesucht hat, in dem sie noch ganz viel lernen darf und auch muss. Hat sie in ihrem bisherigen Leben, doch eher selten die Schulbank gedrückt. Gerade das Loslassen und Entspannen fallen ihr auch heute noch schwer sowie eine solide Umweltsicherheit und Leinenführigkeit gehören zu den ausbaufähigen Themen ihrer Erziehung.

Auf ihrer Pflegestelle konnte sie das Zusammenleben mit kleinen Heimtieren, einem Hund und einer Katze üben und machte dort, schon zusätzlich zur regelmäßigen Physiotherapie, ihre ersten Fortschritte zum Thema Stubenreinheit, Grundgehorsam und Alleine bleiben. Da Alea allerdings gerade in neuen Situationen mit immensem Stress und ruppigen Verhalten aufwarten konnte, sahen wir gerade der Kennenlernphase und dem nochmaligen Familienwechsel etwas sorgenvoll entgegen.

Aber auch da hatte Alea in den vergangenen Wochen vorgesorgt und hatte sich klammheimlich in das Herz ihres Pflegefrauchens geschlichen, sodass aus dem Zuhause-auf-Zeit, das Für-immer-Zuhause wurde. So kann Alea nun, nach dem sehr turbulenten Start ins Hundeleben, endgültig in ihrem sicheren Hafen ankommen.