Die ersten Kitten sind da...

Ein Bericht von Myiram Laser

Über unser Straßenkatzenprojekt Kitty kastrieren wir das ganze Jahr unzählige verwilderte Straßenkatzen. Dabei ist der Aufenthalt, den die Katzen bei uns verbringen müssen, recht kurz, bevor sie wieder an ihre angestammten Futterstellen zurück dürfen. Gerade im Frühjahr kommen allerdings immer wieder trächtige Mutterkatzen zu uns, die dann für längere Zeit untergebracht und versorgt werden müssen, sodass sie in Sicherheit ihre Jungtiere zur Welt bringen können.

Auch in diesem Jahr beherbergen wir bereits 4 Mutterkatzen mit ihren Jungtieren. Diese Zeit ist für unsere Mitarbeiter/innenDie immer sehr aufregend, aber auch anstrengend. Die Muttis brauchen viel Ruhe und Kraft, um ihre Jungtiere aufzuziehen. Leider haben verwilderte Straßenkatzen einen immensen Stress, wenn sie eingesperrt sind.So passiert es manchmal, dass sie einzelne Jungtiere oder sogar den ganzen Wurf verstoßen. Die Mitarbeiter müssen auf jede Mutter ein wachsames Auge haben, ohne diese zu stressen.

Unsere Auszubildende Laura hat da das richtige Einfühlungsvermögen, sodass ihr gestern Morgen sofort auffiel, dass bei einer unserer Mütter etwas nicht stimmte. Die wilde Katze hatte über Nacht 5 Kitten geworfen, allerdings waren zwei der Jungtiere ihr mitten im Auslauf „abhanden“ gekommen, sodass ihnen völlig ungeschützt der Kältetod drohte.

Sofort schlug Laura Alarm und holte die erfahrene Kollegin Michaela hinzu. Erst dachten wir schon, dass jede Hilfe zu spät kommt, aber als wir den leblosen Zwerg hochnahmen, zuckte er ganz leicht. Die Erleichterung war groß und dann muss alles sehr schnell gehen. Wir schnappten uns unsere beiden kleinen Eiszapfen und verbrachten sie unter die Rotlichtlampe zum Aufwärmen. Der eine Zwerg war schnell wieder auf dem Damm und konnte von unserer Kollegin wieder zur Mutter zurückgeführt werden. Allerdings mussten wir um die andere Kitte ordentlich bangen. Völlig unterkühlt schien sie dem Tod näher als dem Leben. Michaela wärmte und rieb das Katzenjunge vorsichtig ab, um den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen und von Minute zu Minute kehrte das Leben in den kleinen Körper zurück.

Trotzdem war das Jungtier so schwach, dass wir es engmaschig überwachen mussten. Daher konnte der Zwerg leider nicht zu seiner sehr ängstlichen Mutti zurück. Wie das Glück es jedoch wollte, hatte über Nacht eine weitere Katze geworfen. Auch sie kam über unser Straßenkatzenprojekt Kitty zu uns, gehört aber zu den sehr zutraulichen Katzen, die nach der Aufzucht im Tierheim bleiben und ein eigenes Zuhause suchen.

Michaela und Laura kontrollierten einmal, wie unsere Paloma mit ihren Jungtieren zurechtkommt und beschlossen dann eine Zusammenführung zu versuchen. Natürlich bemerkte Paloma sofort, dass man ihr ein Kuckuckskind ins Nest setzte. Aber mit gutem Zureden und Kraulen ließ sie sich erweichen, sodass Michaela unseren kleinen Kämpfer direkt an die Milchbar ansetzte, damit er wieder Kraft schöpfen konnte.

Heute hat sich die ganze Aufregung gelegt und die Mütter kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs. Und auch unser kleiner Kuckuck wirkt, als gehörte er schon ganz zur Familie.

Kittenfutter-Spenden

Gern könnt ihr unseren Kitten eine Freude machen und uns mit einer getreidefreien Futterspende unterstützen. Gern über unseren Wunschzettel im "Zabello"-Laden (hier entfallen bei Verwendung des Gutscheincodes "zossen" die Versandkosten).

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