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Tierheim 'aktion tier Zossen'

Ulli und Rieke: Zwei Flitzpiepen im Tierheim

Seit einiger Zeit beherbergen wir zwei richtige Flitzpiepen in unserem Tierheim. Ulli und Rieke wurden durch das Veterinäramt beschlagnahmt. Viel zu dick und in einem mäßigen Pflegezustand, strotzten sie vor Energie und hatten einen unbändigen Entdeckerdrang.

Es hat nicht lang gedauert, bis die beiden Möpse tolle Menschen für sich gewinnen konnten. Foto: © aktion tier Tierheim Zossen

Bei uns angekommen, wurden sie als erstes untersucht, wieder flott gemacht und vor allem auf ein Diät- und Fitnessprogramm gesetzt. Mittlerweile haben sich die beiden richtig rausgemacht und wurden auch schon zur Vermittlung frei gegeben. Und da sie richtige Sonnenscheinchen sind, hat es auch nicht lang gedauert, bis sie tolle Menschen für sich gewinnen konnten.

Für uns ist das nicht verwunderlich. Ist der Mops doch wegen seines charmanten, fröhlichen und spitzbübischen Charakters so beliebt! Hauptsache, es steht jede Menge Spaß, Spiel und Kuscheleinheiten auf dem Plan. Natürlich darf auch die Verköstigung nicht fehlen, wobei dort auf Qualität und nicht auf Quantität gesetzt werden sollte. Gerade unsere beiden Knalltüten mussten ihre Speckrollen mühsam wieder abtrainiert werden.

Qualzuchtrasse Mops

Leider haben beide, wie es bei der Qualzuchtrasse Mops immer noch üblich ist, mit dem Brachycephalen Syndrom zu kämpfen. Dieses sollte stets im Auge behalten werden, da viele Möpse unter ständiger Atemnot leiden. Wenn dies der Fall ist, sollte man versuchen, dem Hund durch eine operative Korrektur Linderung zu verschaffen. Außerdem neigen die Hunde bei hohen Temperaturen schnell zum Überhitzen, da sie ihre Körpertemperatur aufgrund der kurzen Schnauze nicht gut regulieren können.

Des Weiteren haben Möpse aufgrund der hervorstehenden Augen oft mit Hornhautentzündungen zu kämpfen. In extremen Fällen kann es sogar dazu kommen, dass der Augapfel aus der Augenhöhle fällt. Ebenso leiden die Hunde oft an Bluthochdruck, Zahn- und Herzproblemen sowie an einer Hautfalten-Dermatitis. Auch Beschwerden des Bewegungsapparates aufgrund des gedrungenen Körperbaus sind möglich. Diese Erkrankungen können hohe Tierarztkosten verursachen, die man bei der Anschaffung nicht unterschätzen sollte.

Es ist sehr schade, dass diese Rasse, deren Charakter wirklich toll ist und Jung sowie Alt begeistert, leider so kaputt gezüchtet wurde. Wir hoffen, dass es endlich zu einem Umdenken bei den Züchtern und "Schnarch-Nasen-Liebhabern" kommt, sodass wieder mehr Wert auf Gesundheit und Lebensqualität gelegt wird, als auf Optik. Und das lieber gestern als heute!

Michaela Gebhardt

Tierheimleitung