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Wieder eine Straßenkatze mit Bissverletzung

Dass das Leben auf der Straße für Katzen sehr hart ist, sehen wir in unserer täglichen Arbeit immer wieder. Schon wieder ereilte uns diese Woche ein Notfall!

Eine unserer Futterstellen hat momentan mit massiven Bissverletzungen in ihrem Bestand zu kämpfen. Warum plötzlich solch eine Unruhe an der Futterstelle herrscht, können wir nur erahnen. Vermutlich handelt es sich um heftige Revierkämpfe. Alle an der Stelle angesiedelten Katzen wurden bereits schon in der Vergangenheit über das Projekt Kitty durch uns kastriert.

Im Zuge des Straßenkatzenprojektes unterstützen wir unsere Futterstellen auch mit Futter. Ein wichtiger Pfeiler, neben der Kastration, um das Leid der Straßenkatzen zu mindern. Zumeist haben die Betreuer der Futterstellen durch die tägliche Fütterung einen Überblick, wie viele verwilderte Katzen in der Umgebung leben und in welchem Allgemeinzustand sie sich befinden.

Das Leben als Straßenkatze ist hart!

Straßenkatzen sind den direkten Kontakt mit dem Menschen nicht gewöhnt, sodass es auch für die vertrauten Fütterer nicht leicht ist, den Zustand der Tiere genau einzuschätzen. Hinzu kommt, dass die Katzen ihr Leiden sehr gut zu verbergen wissen. Dies ist für das Überleben auf der Straße unabdingbar und wird schon den Kleinsten in die Wiege gelegt. Auch wenn die Katzen, gerade nach der Kastration, friedlich in ihrer Gruppe zusammenleben, haben geschwächte Individuen oft nichts zu lachen. Kommt es zu Auffälligkeiten, bleibt den Betreuenden nur die Möglichkeit, die Katzen mit Hilfe einer Lebendfalle zu sichern.

Da wir alle verwilderten Katzen, die über das Projekt Kitty zu uns kommen, durch einen Mikrotransponderchip kennzeichnen, können wir nachvollziehen, wer wann schon einmal bei uns war und haben so auch einen Überblick über die erfolgten Behandlungen, da wir zu jedem Tier eine Krankenakte anlegen.

In diesem Fall handelt es sich um die dritte Katze mit massiven Bissverletzungen. Katzenbisse sollten grundsätzlich bei einem Tierarzt vorgestellt werden. Das Keimspektrum im Speichel einer Katze ist leider sehr vielförmig. Beim Biss bohrt sich der spitze Zahn der Katze durch die Haut und bringt die Erreger dadurch tief in den Körper des „Opfers“. Die kleine Bissstelle schließt sich häufig sehr schnell wieder, darunter brodelt es jedoch und es bildet sich häufig ein Abszess, der unbedingt antibiotisch versorgt werden muss. Aus diesem Grund sollte auch immer nach dem Gegenbiss gesucht werden, damit auch dieser mitversorgt werden kann. Bei unserer Katze sieht man sehr deutlich die kleinen Einbissstellen. Hier mussten wir also nicht lange nach den Gegenbissen suchen.

Für unsere Mitarbeiter ist die tägliche, tierärztliche Behandlung der verwilderten Straßenkatzen eine Herausforderung. Es erfordert in der Regel zwei geschulte Tier, um die jeweilige Behandlung durchzuführen. Ein Mitarbeiter muss die Katze fixieren, während ein weiterer Helfer die Wunden versorgt. Die Behandlung ist zeitintensiv und birgt auch für uns ein Verletzungsrisiko, weil die verängstigte Tiere meist sehr panisch und wehrhaft auf den direkten Kontakt reagieren.

Eine der Katze hat ihre Behandlung schon hinter sich und durfte in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren. Die anderen beiden Patienten werden noch eine Weile in unserer Obhut bleiben.

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