Ein Gemeinschaftsprojekt von aktion tier und dem Verein der Tierfreunde Schützende Hand e.V.

Tiere als Weihnachtegeschenk?

Wir stellen immer wieder fest, dass z.B. zu Beginn der Weihnachtszeit oder zu Ostern vermehrt Anfragen unser Tierheim erreichen: Menschen suchen nach Tieren, die sie zum Weihnachtsfest als Präsent unter den Tannenbaum legen können. Oft handelt es sich dabei um ein Geschenk für Kinder.

Leider sind solche Anschaffungen meist unüberlegt, und viele Tierheime stellen fest, dass in den ersten Neujahrswochen vermehrt die "Weihnachtsgeschenke" wieder bei ihnen abgegeben werden.

Deswegen hat das Tierheim aktion tier Zossen einen Vermittlungsstopp bis zum 07. Januar 2018, denn Tiere sind keine geeigneten Weihnachtsgeschenke, die man nach dem Fest umtauschen kann. 

Passend dazu startete bereits am 25. November 2014 die nach wie vor aktuelle aktion tier Kampagne "Besser Plüsch statt Tier", die diese Thema aufgreift.

Tierhaltung bedeutet Verantwortung

Ein süßes Kaninchen für die Tochter, ein Wellensittich für die vermeintlich einsame Oma, ein Kätzchen für die ganze Familie – kurz vor dem Fest steigt die Nachfrage nach lebenden Weihnachtsgeschenken. Dem spontanen Wunsch eines Kindes nach einem Haustier nachzugeben oder gar völlig ahnungslosen Personen ein Tier als Präsent zu überreichen, geht in der Regel schief. Denn „alle Jahre wieder“ werden nach den Festtagen vermehrt Tiere ausgesetzt oder im nächsten Tierheim abgegeben. Tierhaltung bedeutet Verantwortung für ein ganzes, mitunter sehr langes Tierleben.

Wer sich Hund, Katze, Maus oder Vogel unüberlegt anschafft und sich vor dem Kauf nicht umfassend über deren Ansprüche sowie die zu erwartenden Folgekosten informiert, merkt erst hinterher, dass beispielsweise eine Hundehaltung sehr zeit- und kostenintensiv ist. Rechnet man Steuern, Haftpflichtversicherung, Tierarzt, gutes Futter und Ausstattung zusammen, ist man schnell bei 100 Euro pro Monat. Die Entscheidung, sich ein Tier anzuschaffen, sollte grundsätzlich der künftige Tierhalter selbst beziehungsweise die Familie in Ruhe gemeinsam treffen. Die hektische Vorweihnachtszeit ist hier mit Sicherheit kein geeigneter Zeitpunkt. Ob Hund oder Hamster – jedes Haustier hat als echtes Familienmitglied Anspruch auf tägliche Zuwendung – eine tiergerechte Unterbringung und liebevolle Pflege. In diesem Zusammenhang müssen Eltern davon ausgehen, dass Kinder nur bedingt den Anforderungen an eine artgerechte Tierhaltung gerecht werden können.

Schenken Sie zu Weihnachten lieber ein kuscheliges Stofftier und besuchen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern ein Tierheim, wo Sie sich erst einmal über die Bedürfnisse des Wunschtieres informieren können, um vielleicht später dann ganz bewusst und gut vorbereitet einem Tier für immer ein gutes Zuhause bieten zu können.

Checkliste für zukünftige Tierhalter

  • Sind alle Familienmitglieder mit der Anschaffung des Wunschtieres einverstanden?
  • Sind Sie oder einer der Familienmitglieder allergisch gegen Tierhaare?
  • Ist in Ihrem Mietvertrag die Haltung des Wunschtieres gestattet?
  • Haben Sie sich hinreichend über die Bedürfnisse des Wunschtieres informiert und können Sie diesen gerecht werden?
  • Verfügen Sie über die finanziellen Möglichkeiten, das Wunschtier ein Leben lang zu unterhalten und regelmäßig tierärztlich betreuen zu lassen?
  • Haben Sie die Zeit, sich täglich intensiv um Ihr Tier zu kümmern?
  • Wer versorgt Ihr Tier, wenn Sie in Urlaub fahren möchten oder krank werden?

Bitte beachten Sie, dass Gruppentiere wie beispielsweise Kaninchen, Meerschweinchen und Wellensittiche nicht allein gehalten werden dürfen. Sie sind sehr gesellig und fühlen sich nur in Gemeinschaft mit einem oder mehreren Artgenossen wohl. In diesem Fall verdoppeln sich natürlich auch die Kosten für Anschaffung und Unterhalt sowie zeitlicher Aufwand und Platzbedarf. Ist nach reiflicher Überlegung die Entscheidung gefallen, dass ein Haustier mit allen zu erwartenden Konsequenzen angeschafft werden soll, dann gehen Sie bitte weder zum Züchter noch in die nächste Zoohandlung, sondern ins Tierheim. Denn dort warten Tausende Tiere auf verantwortungsvolle Menschen, die sie mitnehmen und ein Leben lang lieben und umsorgen.